Häufig gestellte Fragen zum Thema

Welche Symptome und Folgen hat ein Testosteronmangel beim erwachsenen Mann?

Testosteronmangel kann beim Mann zu vielfältigen Beschwerden und ernsthaften Erkrankungen führen. Erste Anzeichen können die Abnahme der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie psychische Beschwerden (Depressionen, Gereiztheit) sein. Diese unspezifischen Störungen werden häufig nicht als Zeichen eines Hormonmangels erkannt, sondern beruflichem und privatem Stress zugeschrieben. Viele Männer äußern Beschwerden wie Schwitzen, Frösteln, Hitzewallungen, Schwindel und Herzrasen.

Da die Blutbildung des Mannes ebenfalls von Testosteron beeinflusst wird, können Männer mit Testosteronmangel häufig eine Blutarmut (Anämie) haben, die sich in Müdigkeit und Blässe äußert. Bei Testosteronmangel nimmt das sexuelle Verlangen (Libido) ebenso ab wie die Erektionsfähigkeit. Da auch die Spermienbildung von Testosteron gesteuert wird, kann die Fruchtbarkeit (Fertilität) reduziert sein.

Der typisch männliche Behaarungstyp bildet sich zurück (reduzierter Bartwuchs, abnehmende Körperbehaarung). Da bei Testosteronmangel die Hautdurchfettung (Talgproduktion) zurückgeht, wird die Haut trocken und faltig.

Testosteronmangel äußert sich in der Abnahme von Muskelmasse und führt so zu Muskelschwäche. Gleichzeitig bilden sich Fettpolster (z.B. an der Hüfte und der Brustdrüse). Unbehandelter Testosteronmangel kann zu Osteoporose führen (verminderter Knochendichte). Die Symptome sind Rücken-, Glieder- und Gelenkschmerzen.

Welchen Einfluss hat Testosteron auf das Sexualleben?

Testosteronmangel kann das Sexualleben empfindlich beeinträchtigen. Das sexuelle Verlangen (Libido, Lust) nimmt ab. Die Erektionsfähigkeit ist beeinträchtigt. Mediziner sprechen von einer Erektionsstörung. Gelegentliche Erektionsstörungen sind völlig normal. Sie sollten aber auf folgende Zeichen achten:

  • Es fällt Ihnen oft schwer, eine ausreichend harte Erektion zu erreichen, um in Ihre Partnerin/Ihren Partner einzudringen
  • Es fällt Ihnen oft schwer, nach der Penetration eine ausreichend harte Erektion aufrechtzuerhalten.
  • Sie sind oft unsicher, ob Sie eine Erektion bekommen oder aufrecht erhalten können.
  • Ein früher Hinweis auf Testosteronmangel ist das Ausbleiben bzw. Schwächerwerden morgendlicher Erektionen.
  • Der Geschlechtsverkehr und der Orgasmus werden als nicht befriedigend erlebt.
  • Oft nimmt auch die Menge des Ejakulats (Samenflüssigkeit) ab.
  • Aus allen genannten Gründen findet Geschlechtsverkehr bzw. Selbstbefriedigung bei Männern mit Testosteronmangel immer seltener statt.

Wie kommt es zu einem Testosteronmangel?

Testosteronmangel kann angeboren sein. Er kann aber auch erst im Laufe des Lebens entstehen (z.B. durch Krankheiten, Unfälle, Medikamenten- oder Drogeneinnahme) oder altersbedingt sein. Etwa ein Viertel aller Männer in der zweiten Lebenshälfte ist davon betroffen. Die Ursachen eines Testosteronmangels können direkt im Hoden liegen - dem Bildungsort der Sexualhormone beim Mann. Da die Hodenfunktion selbst vom Hypothalamus (einem Teil des Zwischenhirns) und der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gesteuert wird, können die Ursachen des Testosteronmangels auch in diesen Organsystemen zu finden sein.

Wie werden die Hormone bei einer Testosteronbehandlung verabreicht?

Es gibt Testosteron-Injektionen, Testosteron-Gel und Testosteron-Kapseln. Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt, welche Behandlung für Sie in Frage kommt.

Welcher Unterschied besteht zwischen Doping von Bodybuildern und Leistungssportlern und der medizinischen Testosteronbehandlung?

Testosteron hat anabole Wirkungen, d.h. mit der Nahrung zugeführte Proteine werden vermehrt in körpereigenes Eiweiß umgewandelt. So erklärt sich der Muskelzuwachs und die Leistungssteigerung bei der Einnahme von Testosteronpräparaten. Der große Unterschied zwischen Doping und medizinisch notwendiger Testosterontherapie ist folgender:

Eine Testosterontherapie wird nur bei einem nachgewiesenen Testosteronmangel durchgeführt. Es geht um den Ausgleich eines Defizits und die Vorbeugung und Behandlung von Mangelerscheinungen. Ziel ist die Wiederherstellung normaler Testosteronwerte. Doping dagegen wird willkürlich durchgeführt, ohne dass ein Testosteronmangel oder Testosteronmangelerscheinungen vorliegen. Dabei nehmen Bodybuilder und Athleten oft ein Vielfaches der therapeutisch empfohlenen Dosis. Die Nebenwirkungen sind erheblich. Nur die wenigsten wissen, dass der Körper bei einem Überangebot an Testosteron die körpereigene Testosteronbildung im Hoden einstellt. Daher führt der Missbrauch zu Erektionsstörung und reduzierter Fruchtbarkeit.